Psychiatrische Perspektiven in der klinischen Psychosomatik
Klinisches Denken in der ambulanten Praxis
Die Vorlesungsreihe vermittelt psychosomatische Konzepte aus psychiatrischer Perspektive für die Arbeit mit somatisch präsentierten Beschwerden in der ambulanten Praxis.
Fokus
Integrativer Denkrahmen: biologische Vulnerabilität, Biografie, Affekt, Abwehr, Beziehung.
Praxisbezug
Strukturierte Fallvignetten: Differenzialdiagnostik, Therapieeinstieg, komplexe Verläufe.
Zielgruppen
Psychotherapie, Psychiatrie und hausärztliche Medizin.
Lernziele
| Übergeordnete Lernziele |
|---|
|
| Disziplinspezifische Vertiefung | Schwerpunkt |
|---|---|
| Psychotherapie | Vertiefung der Fallkonzeption und Gestaltung tragfähiger Therapieeinstiege bei somatisch fokussierten Patientinnen und Patienten. |
| Psychiatrie | Differenzierte diagnostische Einordnung psychosomatischer Symptomkonstellationen unter Berücksichtigung komorbider affektiver und struktureller Störungen. |
| Hausärztliche Medizin | Strukturierte Einschätzung und Gesprächsführung bei somatisch unklaren Beschwerden in der Grundversorgung unter Einbezug psychosomatischer Dynamiken. |
Format und Umfang
Die Vorlesungsmodule sind jeweils auf eine Dauer von 45–60 Minuten ausgelegt und können einzeln oder in Kombination gebucht werden. Jedes Modul ist inhaltlich eigenständig konzipiert und ermöglicht eine flexible Zusammenstellung entsprechend Zielgruppe und Setting. Mehrere Module können zu Halb- oder Ganztagesveranstaltungen kombiniert werden. Anpassungen in Umfang und Schwerpunkt sind je nach institutionellem Bedarf möglich.
Methodik
Die Vorlesungen kombinieren konzeptuelle Darstellung mit praxisnaher Fallanalyse. Klinische Beispiele aus der ambulanten Praxis dienen der Veranschaulichung diagnostischer und therapeutischer Entscheidungsprozesse. Je nach Setting werden Diskussion, Reflexion klinischer Erfahrungen und interaktive Elemente integriert.
Module
Modul 1 · Stress, Symptomatik und diagnostisches Vorgehen bei psychosomatischen Beschwerden
Einführung in stressphysiologische Grundlagen, typische psychosomatische Symptomkonstellationen und ein strukturiertes diagnostisches Vorgehen in der ambulanten Praxis. Ziel ist es, somatisch präsentierte Beschwerden differenziert einzuordnen und diagnostische Sicherheit zu gewinnen.
Modul 2 · Stressdynamik und körperliche Manifestation
Darstellung der Mechanismen, über die emotionale Aktivierung und Stressreaktionen körperliche Symptome ausbilden und chronifizieren können. Vermittelt wird ein integrativer Blick auf Affektregulation, autonome Prozesse und psychosomatische Ausdrucksformen.
Modul 3 · Therapieeinstieg und psychotherapeutisches Vorgehen bei psychosomatischen Beschwerden
Praktische Ansätze für den Erstkontakt und die frühe Behandlungsphase bei somatisch fokussierten Patientinnen und Patienten. Thematisiert werden Gesprächsführung, Arbeit mit emotionaler Aktivierung und die Gestaltung einer tragfähigen therapeutischen Allianz.
Modul 4 · Klinisches Denken bei komplexen Fällen in der ambulanten Praxis
Strukturierte Analyse mehrschichtiger psychosomatischer Verläufe unter Berücksichtigung biologischer, biografischer und struktureller Faktoren. Ziel ist es, komplexe Konstellationen zu ordnen und Behandlungsentscheidungen reflektiert zu steuern.